Die Scharia ist längst in Deutschland angekommen – der Islamismus hat bereits „Filialen“ im Westen. Autorin Sabatina James gibt in Ihrem Buch „Scharia in Deutschland – Wenn die Gesetze des Islam das Recht brechen“ einen Einblick in Parallelgesellschaften in der der deutsche Rechtsstaat scheinbar keinen Platz hat.

„Scharia in Deutschland“ bietet einen interessanten Einblick in das islamistische Netzwerk in Deutschland. Wer sich für die Schlüsselfiguren dieser Szene oder die Rolle der deutschen Islamverbände interessiert, liest hier richtig. Auch die Arbeit von Friedensrichtern ist Thema. Die Autorin hat gründlich recherchiert und gibt ihr Wissen in einfacher Sprache weiter – eloquent und sehr gut zu lesen.

Was mir fehlt ist die Einordnung des Phänomens in einen größeren Bezug. Im Buch scheint das Phänomen „Scharia in Deutschland“ sehr groß zu sein. Beim Lesen bekommt man das Gefühl, das islamische Recht sei überall präsent und bedrohe die deutsche Rechtssicherheit bereits in hohem Maße. Inwieweit dieser Eindruck beabsichtig ist – und inwieweit er stimmt – vermag ich nicht zu sagen.

Die Autorin

Sabatina James hat eine tragische Geschichte hinter sich. Als Kind kam sie mit Ihrer Familie aus Pakistan nach Österreich. Als sie später zum Christentum konvertierte, bedrohte ihre eigene Familie sie mit dem Tode. Seitdem lebt die gläubige Christin unter verändertem Namen in einem Opferschutzprogramm und leitet den Verein „Sabatina“, der sich um Frauen mit ähnlichen Schicksalen kümmert.

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Studententauglich?

Scharia in Deutschland ist nichts für Studis, die gern jeden Fakt nachprüfen wollen. Für viele Informationen sind keine Quellen angegeben, andere stammen scheinbar aus Zeitungsartikeln oder Blogs. Das ist für ein Sachbuch nicht verwerflich, aber bei einem so heiklen Thema hätte ich mir mehr Transparenz gewünscht.

Trotzdem: ein diskutierenswerter Beitrag zur aktuellen Debatte rund um Islam, Islamismus und Scharia.

Die Webseite des Vereins „Sabatina“ findet ihr hier.