„Es gibt keine Macht, die die Grundlagen dieser großen Nation erschüttern kann“, verkündete der chinesische Diktator Xi Jinping in seiner heutigen Rede zum 70. Jahrestag der Volksrepublik China. „Keine Macht kann den Fortschritt des chinesischen Volkes und der Nation aufhalten.“

Bejubelt wurde diese Rede von einer fahnenschwingenden, von ideologischer Indoktrinierung zu menschlichen Drohnen reduzierten Masse, und begleitet von einer gewaltigen Militärparade, bei der phallisch geformte Atomraketen und Panzer zum Gleichschritt tausender Soldaten durch die Straßen rollten.

Wenig später rannte in Hong Kong ein chinesischer Polizist in eine Gruppe Demonstranten, setzte einem von ihnen einen Revolver an die Brust und drückte ab. 

Der Knall ist nicht zu überhören und weckt hoffentlich endgültig all jene auf, die noch irgendwelchen Illusionen nachhängen, was die Natur des chinesischen Regimes angeht.

Der westliche Irrglaube, dass mit einer wirtschaftlichen Liberalisierung und dem daraus folgenden Wohlstand ein Land freiheitlicher wird, wurde in China in seiner naiven Lächerlichkeit vorgeführt. China mag in den letzten Jahrzehnten wirtschaftlich liberaler und kapitalistischer geworden sein, aber im gleichen Zug auch totalitärer. Im Kern herrscht in China seit 1949 noch immer das gleiche menschenverachtende Regime, unter dem dutzende Millionen Menschen ausgelöscht wurden, und das seit sieben Jahrzehnten die menschliche Würde vergewaltigt. Und solange es keinen radikalen Systemwechsel gibt, wird es auch so bleiben.

Der moaistische Kommunismus hat lediglich dem Xi Jinpingschen Faschismus Platz gemacht, spätestens als Xi sich letztes Jahr mit seinem eigenen Ermächtigungsgesetz zum Diktator auf Lebenszeit krönte.

Mit dem Aufbau des Social Credit Systems gehört zunehmend jeder Atemzug eines Chinesen nicht mehr ihm selbst, sondern ist der Kontrolle und den Zielen der Partei unterworfen. Sogar die Gedanken sind nicht mehr frei in China, wo jeder Chat der Zensur unterliegt und Soldaten, Arbeiter und nun auch Schüler, immer öfter Stirnbänder tragen müssen, die ihre Gehirnwellen messen und damit auch, ob der Propaganda aufmerksam gefolgt wird.

Wer sich nicht anpasst, verschwindet schnell mal in einem Arbeitslager oder wird zum unfreiwilligen Organspender. Selbst Orwells und Huxleys Albträume wirken blass im Vergleich zu der Richtung, in die sich China zurzeit entwickelt.

Es ist daher eine Farce, wenn unsere „leader of the free world“ Kanzlerin Merkel dafür Applaus erntet, weil sie einmal zaghaft dezent kritische Fragen Richtung China stellt, während China Europa zunehmend wie eine Kolonie behandelt:

Deutsche Politiker werden von chinesischen Apparatschiks angeschrien, wenn sie es auch nur wagen Taiwan und Hong Kong zu besuchen, wie es kürzlich mit einer Delegation der FDP geschah.  In Brüssel und vielen europäischen Staaten sorgen chinesische Lobbyisten und Investitionen dafür, dass Berichte über die Lage der Menschenrechte in China von offiziellen Organen unterdrückt werden. 

Wo Deutschland pazifistisches Entgegenkommen und einen demokratischen und politisch korrekten Dialog sieht, sieht Peking nur Schwäche und eine Einladung sich weiter zu bedienen, Industriespionage zu betreiben und die westlichen Demokratien mit Lobbying und gezieltem Kauf von Einfluss zu untergraben.

Wie soll China Europa auch anders wahrnehmen, als nur einen Haufen verweichlichter und unter sich zerstrittener Idioten, die schon mal üben, sich vor der chinesischen Hegemonie zu bücken, wenn die europäischen Politiker sich genau so verhalten als wäre das ihr Ziel?

Während Deutschland China auch noch Entwicklungshilfe in Höhe von 620 Millionen € zukommen lässt, kauft China sich einen Hafen und eine Straße in Südostasien und Afrika nach der nächsten und etabliert sein neues Imperium. Während es Berlin nicht einmal schafft, einen Flughafen zu bauen, stampft China innerhalb von vier Jahren den größten Flughafen der Welt aus dem Boden. Während China die eigene Wirtschaft protegiert und ausländischen Unternehmen den Marktzutritt erschwert, verkaufen europäische Unternehmen nur zu gern ihr Know-How an chinesische Investoren. Während es Deutschland nicht einmal schafft, seine Verpflichtung der NATO gegenüber zu erfüllen und die Briten sich selbst isolieren, schmiedet Peking mit der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) eine anti-westliche Achse, in Form eines Bündnisses mit Kasachstan, Kirgisistan, Pakistan, Russland, Tadschikistan und Usbekistan, dem sich wohl bald mit dem Iran ein weiterer Schurkenstaat anschließen wird.

An diesen Zuständen wird sich nichts ändern, wenn die Weltgemeinschaft, aber insbesondere Europa, weiterhin keine Haltung zeigt – im Gegenteil, sie werden sich nur verschlimmern. Dann können wir nicht nur, wie es jetzt bereits viele europäische Politiker und Unternehmer gern tun, sondern müssen wir die Stiefel der KPCh lecken. Ganz zu schweigen davon, dass das Leid der Chinesen – egal ob in Shanghai, Peking, Tibet, Hong Kong oder Taiwan – weiter andauern wird.

Was der Westen und jeder freiheitsliebende Mensch heute tun sollte, ist aufzustehen, sich mit Hong Kong, Tibet und Taiwan zu solidarisieren, diplomatischen Druck auszuüben und zu sagen:

„Doch Xi, es gibt eine Macht, die nicht nur deinem perversen Leviathan die Grundlagen entziehen, sondern auch das ganze Krebsgeschwür deiner KPCh einer ordentlichen Chemotherapie unterziehen kann: Es ist das Streben der Menschheit nach Freiheit. Es ist die gute alte westliche Tradition Tyrannen zu stürzen. Diese begann im alten Athen als mit dem Blut des Hipparchos 514 v.Chr. die athenische Demokratie begründet wurde, erreichte mit der amerikanischen Revolution ihre höchste Form und dauert bis heute an. Ludwig XVI., Mussolini und Hitler bekamen ihre Lektionen erteilt. Gorbatschow, Pinochet und Franco mussten nachgeben, dein Kollege Ceausescu, sowie Hussein und Gaddafi haben ihre Quittungen erhalten. Ein Narr, wer glaubt, das Fortschreiten dieser Tradition aufhalten zu können.“

Immer mehr Reiche fliehen aus China, um sich in Sicherheit zu bringen und von außen den Widerstand organisieren. Das mit Planwirtschaft künstlich hochgepumpte Wirtschaftswachstum der Volksrepublik beginnt zu bröckeln, massive Verschuldungen und ein überhitzter Immobilienmarkt nagen an der aktuellen Stabilität der Volkswirtschaft. Es ist fraglich, ob der Überwachungsstaat fest genug stehen wird, wenn die Menschen sich nicht mehr mit Brot und Spielen zufrieden geben.

In Hong Kong mobilisiert sich gerade eine Revolution – und im Gegensatz zu 1989, als über 10.000 Chinesen in Peking abgemetzelt wurden, darf und kann die Welt diesmal nicht tatenlos zusehen, wenn das Regime wieder ein Massaker verübt.

Mag die KPCh noch so viele Parolen schreien und noch so viel Propaganda betreiben, mag sie noch so viele Unschuldige kaltblütig wegsperren und ermorden, mag sie noch so viel Hirnwäsche mit ihrem Social Credit System betreiben – sie wird die Sehnsucht der Menschheit nach Freiheit nicht ersticken und auch das Bröseln ihrer Fassade nicht verhindern können. Ewig kann sich kein Diktator auf einem vom Blut glitschigen Podest halten; früher oder später rutscht er aus und das „unaufhaltsame Volk“ wird ihn dann mit offenen Armen auffangen und zur Gerechtigkeit schleifen.

Doch damit sich das System ändert, darf die Weltgemeinschaft nicht weiter wegsehen und sich nicht mehr vom billigen chinesischen Geld verführen lassen. Wir müssen endlich Haltung annehmen und das chinesische Regime als das erkennen, was es ist: Ein Haufen faschistoider Terroristen, die nicht nur ihre eigene Bevölkerung sondern auch die ganze Welt bedrohen und die sich nicht von leeren Worten und Verhandlungen beeindrucken, geschweige denn aufhalten lassen.

 

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