Die europäische Integration kann man ohne zu übertreiben, als eines der größten und ambitioniertesten Projekte der Menschheitsgeschichte bezeichnen. Nie zuvor arbeiteten so viele große Staaten und Menschen in einem so großen Bündnis zusammen und nie zuvor herrschte so lange auf dem europäischen Kontinent Frieden. Man kann die Erfolge der Europäischen Union nicht leugnen. Vor allem unter jungen Menschen kann man mittlerweile daher auch die Entstehung von etwas beobachten, was nicht anders als ein paneuropäischer Nationalismus zu bezeichnen ist.

Zeitgleich jedoch ist die Kritik und die Ablehnung der EU als Institution so lautstark präsent wie noch nie. EU­kritische Parteien finden sich mittlerweile in fast allen Mitgliedstaaten in den Parlamenten. Nationalistische Bewegungen fordern teilweise ihre Auflösung, Linke sind gespalten in diejenigen, die den jetzigen Kurs beibehalten wollen und diejenigen, die sich eine europäische Sowjetunion zu wünschen scheinen. Auch die Liberalen sind gespalten in mehrere Lager von Reformern, Ablehnern und Befürwortern. Die EU polarisiert. Was nicht wundert, wenn man sich ansieht, durch wie viele politische Krisen — angefangen bei der Wirtschaftskrise, über die Migrationskrise bis hin zum Brexit und das Erlassen von zweifelhaften Internetgesetzen — sie seit einigen Jahren schlittert und wie viele besorgniserregende, antidemokratische Entwicklungen zu beobachten sind.

Die bevorstehenden EU-­Wahlen im Mai 2019 werden voraussichtlich die Weichen für die Zukunft der europäischen Gemeinschaft stellen. Dabei wird es nicht nur um den politischen Kurs der EU für die nächsten fünf Jahre gehen, sondern möglicherweise auch darum, ob dieser Kurs zu einem Zerfall der Gemeinschaft oder zu einem Fortbestehen der EU führt. Wie sind diese Entwicklungen zu bewerten? Ist die EU wirklich das antiliberale Bürokratiemonster, als das es oft wahrgenommen wird? Oder ist sie möglicherweise nur reformbedürftig und langfristig tatsächlich der Garant für Wohlstand und Freiheit auf dem europäischen Kontinent? Wie könnten liberale Reformen oder Alternativen zur EU aussehen und welche Probleme und Möglichkeiten bestehen überhaupt? Auf diese und weitere Fragen rund um Europa geben in dieser Ausgabe unsere Autoren und Interviewpartner aus verschiedenen Perspektiven ihre Antworten.

Es hat mir persönlich sehr viel Spaß gemacht, mit meinen Kollegen hier bei Peace Love Liberty bei der Erstellung dieser Ausgabe zusammenzuarbeiten. Ohne die tolle Teamarbeit und unser gemeinsames Engagement wäre dieses Magazin niemals zustandegekommen. Ich danke insbesondere meinem Vorgänger Kai Weiß, der mir in der Anfangsphase als Mentor diente, aber auch mit einem eigenem Artikel und beim Kontaktieren der Autoren eine große Hilfe war. Besonderer Dank geht ebenso an meine Redaktionskollegen Rick Wendler, Lukas Franzen, Adam Mazik und Martin Holzmann, die von Anfang an dabei waren, redigierten und selber Artikel beitrugen und sich um unsere Autoren kümmerten. Ebenso Oleksandr Zilbr, der am Schluss unserer Arbeit an der Ausgabe zum Redaktionsteam hinzukam, sei für seine Mithilfe beim Korrektorat zu danken, und natürlich auch Max Arend, der als Lektor und Korrektor die ganze Ausgabe zu redigieren half. Ohne die Mühe und das Talent unseres Layout- und Designduos Bader Zaidan und Stefan Wüst, könnten wir auch nicht die Ausgabe in so schöner Form sowohl digital als auch gedruckt präsentieren. Und natürlich sei in erster Linie all den Autoren und Interviewpartnern gedankt, die mit ihren Artikeln und Antworten die Ausgabe erst in diesem Umfang ermöglicht haben.

Wir von Students for Liberty hoffen, mit dieser Ausgabe ein Debatte anzustoßen um die Zukunft und die liberalen Möglichkeiten Europas und der EU. Den Lesern wünschen wir viel Spaß bei der Lektüre!

Das Magazin kann hier als PDF heruntergeladen werden.